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Der Weinbau um Landshut und die Geschichte unserer Weinzierlbruderschaft

Der Weinbau besaß um Landshut

einst große Bedeutung und hielt sich in geringem Umfang bis ins 20. Jahrhundert. In Niederbayern soll um 1400 in 125 Ortschaften Weinbau betrieben worden sein. Erste Hinweise auf Weingärten gab es für Landshut, Altdorf und Eugenbach bereits um 1240, für die Hofmark Berg um Jahr 1295. Alle Südhänge um die Stadt, z.B. der Bereich um die heutige neue Bergstraße, der Annaberg, der Klausenberg, der Birkenberg und der Buchberg waren mit Rebstöcken bestanden. Auch Herzog Friedrich ließ 1380 Burgundertrauben nach Landshut bringen und sie um die heutige Burg Trausnitz Reben pflanzen. Im ausgehenden Mittelalter war der herzogliche Weinbergsbesitz auf dem Hofberg sehr umfangreich.

In dieser Zeit war der Weinbau Haupterwerb für viele Familien, die als Lehensbauern Weinberge weltlicher und kirchlicher Grundeigentümer bewirtschafteten. Die Weinbauern wurden im Altbayerischen Weinzierl genannt. Das Wort entstammt dem lateinischen Wort „vinitor“ für den römischen Weinbauern und entwickelte sich über das althochdeutsche „Winzure“ und das mittelhochdeutsche „Winzurl“ zum heutigen „Weinzierl“.

Wie intensiv die Weinkultur bei Landshut gewesen sein muss, lässt der von Kurfürst Maximilian dem I. beauftragte und 1612 von Peter Candit entworfene 4 x 5,30 Meter große Wandteppich erahnen, der in der Residenz in München zu bewundern ist. Er zeigt vor dem Hintergrund der Stadt Landshut und der Burg Trausnitz die Weinlese auf dem Birkenberg. Die Weinerträge des Herzogs waren in Landshut derart groß, dass um 1541 in der Burg ein riesiger Weinkeller angelegt wurde. Das größte Fass konnte ca. 78.000 Liter aufnehmen.

Mit dem 30jährigen Krieg allerdings begann bei uns der Abstieg des Weinbaus. Nicht nur die Zerstörung der Weingärten durch schwedische Truppen sondern auch eine „kleine Eiszeit“, die etwa bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts reichte, waren dafür die wesentlichen Ursachen. Um 1900 existierten nur noch wenige, 1920 gerade noch drei gewerblich aktive Weinzierl.

Über die Qualität des erzeugten Weines gibt es unterschiedliche Berichte. Die Beurteilungen reichten von „ein recht lobenswerter Saft, namentlich der rote“ oder „fast so gut wie Österreicher Wein“ über „gemeiner Tischwein“ bis hin zu „allein, er steht in zu naher Verwandtschaft mit dem Essig“. Dies deutet darauf hin, dass zumindest ab dem 17. Jahrhundert der Baierwein sehr säurehaltig gewesen sein muss, was ihm wohl auch die Namen „Dreimännerwein“, „Stumpfwein“ oder „Gurgelfretter“ eingebracht hat. Menge und Qualität war in früheren Jahrhunderten wesentlich stärker von einer günstigen Witterung abhängig wie heute.

Die Geschichte der Weinzierlbruderschaft Achdorf-Berg

Die vorab beschriebenen Randbedingungen lassen eine nicht leichte Situation der Weinzierl erahnen. Einerseits waren sie als Lehensnehmer sehr von den Grundeigentümern der von ihnen bewirtschafteten Weingärten abhängig. Sie mussten je nach Abmachung Zweidrittel oder gar Dreiviertel ihrer Erzeugnisse abgeben. Auch war die Arbeit im Weinberg sehr anstrengend und zeitintensiv, sodass andere zusätzliche Erwerbsquellen in der Regel nicht in Frage kamen. Hinzu kamen die großen witterungsbedingten Risiken, die bei einem schlechten Jahrgang auch den Verdienst beim Ausschank der selbst produzierten Weine stark schmälerten.

Die von ihnen einzuhaltenden strengen Regeln für die Bewirtschaftung der Weingärten waren in einer Art Zunftordnung niedergelegt und wurden vom „Viermeister“ und seinen Helfern überwacht. Wenn eine Arbeitskraft durch Krankheit oder gar Tod ausfiel, konnten oftmals die vorgegebenen Termine im Jahreslauf nicht mehr eingehalten werden. Die Weinzierl schlossen sich daher zu einer Bruderschaft zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Nach dem Schutzheiligen  der Weinbauern, dem Hl. Urban, wurden sie auch „Urbani-Bruderschaft“ genannt.

Die Landshuter Weinzierl-Bruderschaft gab es schon im Mittelalter. Ihr gehörten die Weinzierl aus Achdorf, Berg und Hagrain an. Später kamen auch die Weinzierl aus Altdorf, Eugenbach und Tondorf hinzu. Die Mitglieder nannten sich Brüder und Schwestern. Sie gaben sich eine zunftmäßige Ordnung und hielten die Ehre ihres Standes hoch. Eine erste Zunftordnung gab es wohl bereits Mitte des 15. Jahrhunderts. Die eigentliche Handwerksordnung umfasste 14 Abschnitte mit den Pflichten und Rechten der Weinzierl gegenüber der Bruderschaft und der Zunft. Die ebenfalls dort enthaltene „Lichtordnung“ regelte die Beteiligung der Weinzierl als kerzentragende Zunftgenossen bei der Beerdigung eines Mitglieds. Zum Eintritt in die Zunft und Bruderschaft war jeder verpflichtet, der im Weinberg arbeitete – Weinbergsbesitzern war die Mitgliedschaft freigestellt.

Die Bruderschaft nahm seit jeher am kirchlichen Leben der Stadt teil. So war der Urbani-Tag am 25. Mai für sie ein wichtiger Feiertag, an dem auch bei Strafe keiner im Weinberg arbeiten durfte. Geschlossen nahm die Bruderschaft auch an der Fronleichnamsprozession der Stadt und einer eigenen Patronatsstange mit dem Hl. Urban teil. Mehrmals wurden im Jahr Messen für die Bruderschaft gelesen. Auch Prozessionen zum „Bründl“ mit der Bitte um Gottes Segen für die Weingärten und Sterbeämter für die Mitglieder der Bruderschaft waren wichtige Termine im Jahreskreis.

Aktivitäten der heutigen Weinzierlbruderschaft Achdorf-Berg

1863, nach Auflösung der Grundherrschaft, wurde die Weinzierlzunft aufgelöst. Die Weinzierl gründeten einen eigenen Verein. Der derzeitige Zweck des Vereins ist in erster Linie, die Traditionen und das Gedankengut der schon im Mittelalter gegründeten Bruderschaft zu pflegen. Die damaligen Weinbauern aus Achdorf und Berg stellten sich unter den Schutz des hl. Urban und waren von einem besonderen und sich gegenseitig unterstützenden Gemeinsinn geprägt. Wenn auch der Weinbau in und um Landshut im 21. Jahrhundert keine Bedeutung mehr hat, soll insbesondere

  • die Pflege des bruderschaftlichen Brauchtums, der geselligen und gemütlichen Gemeinschaft sowie der Teilnahme an gesellschaftlichen Veranstaltungen,
  • das Aufbereiten der Geschichte der Bruderschaft und des Weinbaus in und um Landshut sowie
  • der praktische Erfahrungsaustausch zwischen Hobbywinzern zu den weinbaulichen Themen und Kellertechnik

gepflegt werden.

Quelle: Theodor Häußler, Weinbau in Altbayern – der Baierwein einst und heute, 2008, Books on demand, ISBN 9783837043525


Einweihung des Schauweingartens im Hofgarten Landshut

Der neu angelegte Schauweingarten der Weinzierlbruderschaft wurde am Freitag, den 30. September 2016 offiziell eingeweiht.  Bei strahlendem Sonnenschein gab es zunächst die Möglichkeit an einer Führung im Burgekeller der Burg Trausnitz teilzunehmen. Die Einweihungsfeier, durch die Vuiseitmusi begleitet, begann um 15.00 Uhr mit einleitenden Worten von Bruderschaftsmeister Norbert Krieger. Nach der ökumenischen Segnung des Schauweingartens durch die Dekane Alexander Blei und Siegfried Stelzner, richteten Oberbürgemeister Hans Rampf, Gerd Steinberger und Konrad Ziegler im Namen der Achdorfer und Hofberger Vereine ihre Grußworte an die Gäste. Die Festrede hielt Theodor Häußler,
ehemaliger Vorsitzender des Baierwein-Museums in Bach und Autor des Bilderbands „Der Baierwein“.

Die Artikel der Landshuter Zeitung sowie eine Zusammenfassung mit Bildern von unserem Bruder Michael Fleps können hier ( Teil 1 und Teil 2)  und in der Galerie betrachtet werden.

 


Einladung zum Workshop „Laubarbeit am Weinstock“ der Weinzierlbruderschaft Achdorf-Berg

Die Vegetation ist nun schon sehr weit entwickelt, die Weinstöcke treiben bereits kräftig und Spätfröste sind nicht mehr zu befürchten.1111

Ein sorgfältiger und sachgerechter Umgang mit den frischen Trieben im Frühjahr und Sommer fördert das Wachstum und die Assimilation. Er beugt auch Krankheiten vor und unterstützt die gewünschte Erziehung des Weinstocks. Zu den sogenannten Laubarbeiten gehören das Ausbrechen oder Entfernen junger Triebe, das Heften oder Einordnen der Triebe in die Unterstützung (z. B.  Spalier), das Einkürzen und Ausgeizen und später das Entlauben oder Freistellen der Trauben.

Darüber hinaus sind auch Fragen zur Düngung und was zur Abwehr von Krankheiten getan werden kann Gegenstand eines Workshops der Weinzierlbruderschaft Achdorf–Berg am Samstag, dem 16. Mai 2015. Treffpunkt ist jeweils um 10:00 und 11:00 Uhr der Hof des Stadttheaters Landshut, Zugang Bushaltestelle an der Wittstraße. Gebühren für den Workshop werden nicht erhoben. Die Weinzierlbruderschaft freut sich über Spenden für den Verein. Weitere Informationen über die Weinzierlbruderschaft sind über die Internetadresse www.weinzierlbruderschaft.de zu erhalten.


Weinstöcke richtig schneiden – Workshop der Weinzierlbruderschaft Achdorf-Berg am Samstag, dem 07. März 2015

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Weinstöcke richtig schneiden – Workshop der Weinzierlbruderschaft Achdorf-Berg

am Samstag, dem 07. März 2015

Zur Frage: Wie erziehe ich meinen Weinstock? bietet die Weinzierlbruderschaft Achdorf-Berg am Samstag, dem 07. März 2015 einen Workshop an. Treffpunkt ist um 10:00 und 11:00 Uhr vor dem Anwesen Bierlingweg 12 in Landshut Achdorf. Es werden verschiedene Erziehungsmethoden vorgestellt. Interessierte, die bereits im vergangenen Jahr am Workshop teilgenommen haben, können sehen, wie sich der damalige Schnitt auf das Wachstum ausgewirkt hat. Sicher werden manche auch wissen wollen, welche Rebe eignet sich bei uns, welchen Boden benötigt ein Weinstock, wie bekomme ich schöne Trauben, was muss während der einzelnen Wachstumsstadien getan werden, was mache ich bei Schädlingsbefall? Auch dazu können Sie Hinweise im Workshop erhalten.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessierte versammeln sich am angegebenen Treffpunkt. Ein Teilnahmebeitrag fällt nicht an; über Spenden an die Weinzierlbruderschaft freuen wir uns. Weitere Informationen über die die Aktivitäten der Weinzierlbruderschaft erhalten Sie über die Internetadresse www.weinzierlbruderschaft.de.

 


Infobrief 1/15

Infobrief 1/15                                                                                                                                                                Landshut, im Januar 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Brüder und Schwestern der Weinzierlbruderschaft Achdorf-Berg,

für das neue Jahr haben wir einige Aktionen, Termine und Angebote für Sie zusammengestellt:

  •  Vorerst Letzter Weinzierlstammtisch im Zollhaus am 19.01.2015 um 19:00 Uhr im Zollhaus, Achdorf; Besprechung neuer Ort und Zeitpunkt wegen Umbau
  •   Weinzierlstammtisch Ochsenwirt, Hofberg: jeweils am dritten Mittwoch im Februar, April, Juni usw. um 19:00 Uhr
  •   Schneiden von Weinstöcken: Kurs am Samstag, dem 07. März 2015. Treffpunkt ist um 10:00 und 11:00 Uhr vor dem Anwesen Bierlingweg 12 in Landshut Achdorf.
  •   Kirchgang mit Gedenken an die Verstorbenen der Bruderschaft: Sa., 16. Mai 2015, 17:30 Uhr, St. Margaret, Achdorf
  •   Jahrestreffen: 25. Mai 2015 (Pfingstmontag), 14:00 Uhr, Ort wird wegen Umbau des Gasthauses Zollhaus noch bekannt gegeben; wesentliche Tagesordnungspunkte: Satzung, Schauweingarten
  •   Auslichten der Weinstöcke: Kurs an einem Samstag im Mai/Juni, Einführung und anschließende praktische Übungen in Weingärten, Ort und Zeitpunkt werden je nach Entwicklung der Vegetation noch über die Zeitung bekannt gegeben
  •   Fronleichnamsprozession, So., 07. Juni, 08:30 Uhr, St. Margaret, Achdorf, hinter unserer Fahne und der wieder hergerichteten Patronatsstange mit dem Hl. Urban versammeln
  •   Jahresausflug in ein Weinbaugebiet an einem Wochenende im Spätsommer (Vorschlag: Anbaugebiet um Veitshöchheim, Ziel und Termin sind noch genauer auf der Jahresversammlung festzulegen)
  •   Weinfest, Festlegung bei der Jahresversammlung (eigenes Fest oder Teilnahme in Salzdorf ca. 19./20.09.2015)
  •   Christkindlmarkt im Achdorfer Schlössl, mit Glühweinstand der Weinzierlbruderschaft mitwirken:  11. Dez. 2014 (genauer Termin wird vom Bürgerverein Achdorf noch festgelegt)

Alle Termine werden wir auch noch rechtzeitig vorher in der Landshuter Zeitung unter den Vereinsnachrichten und auf unserer Internetseite  www.weinzierlbruderschaft.de  mitteilen.

Der Beitrag kann weiterhin bei der Jahrestagung erstattet werden oder persönlich bei Frau Klinger, Kumhausener Str. 55, oder bei Herrn Englbrecht, Bachstraße 47, abgeben werden. Sie können auch unsere Bankverbindung nutzen; sie lautet: Sparkasse Landshut, IBAN: DE83 7435 0000 0020 4514 66, BIC: BYLADEM1LAH .

Mit bruderschaftlichen Grüßen

Norbert Krieger                                               Johann Englbrecht                                          Ludwiga Klinger

1.Vorsitzender                                                   2. Vorsitzender                                                   Kassier



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